Delirium Tremens, 2007


Ausstellungskatalog (3,1 MB)

Dustin Dis

Der in den USA lebende, international tätige Designer, Sound- und Videokünstler Dustin Dis beschäftigt sich in seiner Arbeit mit Wahrnehmungsmodellen des Alltags, die in ein Zusammenspiel sämtlicher Sinne münden, aber stets deren Wechselwirkung in Zusammenhang mit dem Visuellen betonen. Die aktuelle Arbeit stammt aus einer Fotoserie von in Flüssigkeiten getränkten Stofftieren und Miniaturwesen, die als Close-ups im Auge der BetrachterInnen eine unmittelbare Bedrohung hervorrufen. Die verschwommen erscheinenden Objekte in den Flüssigkeiten analysieren die psychischen Bedingungen, durch die Realität nur mehr in Schüben wahrgenommen wird und ihr Wahrheitsgehalt daher nicht länger nach Objektivitätskriterien überprüft werden kann. Die Problematik von Alkohol- bzw. Drogenkonsum unterschiedlicher Art zeigt die unterschätzte Notwendigkeit einer therapeutischen und medizinischen Behandlung, um mit den Widerständen gesellschaftlicher und persönlicher Probleme anders umzugehen. Den Beginn, auf den auch die Farbigkeit des Bildes verweist, machen oftmals Alkopops als Mischgetränke, die vor allem Jugendliche an den Alkoholismus heranführen. Extremfälle wie ein Delirium Tremens – als Inspirationsquelle gilt für den Künstler hier auch ein belgisches Bier mit demselben Namen – werden  durch die im Bild zu sehende kleine Teufelsfigur angedeutet,  deren Auge stechend durch das Glas blickt und zwischen Halluzination und bereits eingetretener Körperstarre wechselt. Der Umgang mit den Figuren ist ebenso spielerisch wie der mit Alkohol – als akzeptierte Gesellschaftsdroge, die wie ein Mahlstrom nicht nur den Teufel im Glas, sondern auch angestaute psychische Probleme spiralenförmig mit in den Abgrund zieht.